Entscheidungen ohne explizit formulierte Ziele bei by Paul Velsinger (auth.)

By Paul Velsinger (auth.)

Die Regionalwissenschaft und die Praxis der Regionalpolitik trennt noch immer eine Kluft des Nichtverstehens und des Nichtaufeinandereingehens. Die gegenwärtige Dis­ kussion zwischen Theorie und Praxis ist durch gegenseitige Vorwürfe gekennzeichnet. So behauptet die Praxis, die Wissenschaft biete ihr mit ihren Modellen nur Steine statt Brot an, jedenfalls fehlten wissenschaftliche Methoden als Entscheidungshilfe für prak­ tische Probleme. Und so fordert die Wissenschaft von der Praxis immer wieder Vor­ leistungen hinsichtlich einer breiten und detaillierten Datenbasis und konkreter Ziele für das regionalpolitische Handeln. Die vorliegende Arbeit will einen Beitrag zur Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis leisten. Sie unternimmt den Versuch, Möglichkeiten für reason Entschei­ dungen zu entwickeln, wenn die Ziele nicht explizit formuliert sind. Explizit formulierte Ziele sind, wie der Verfasser im einzelnen begründet, ebensowenig zu realisieren wie vollkommene info, weil eine derartige Formulierung auf unüberwindliche prak­ tische Schwierigkeiten stößt und darüber hinaus auch politisch nicht erwünscht ist. Deshalb werden die Forderungen an den Zielbereich der politischen Entscheidungs­ träger auf ein Mindestmaß reduziert, das gerade ausreicht, um zu garantieren, daß die Entscheidung auch wirklich von den politischen Akteuren getroffen wird. Damit wird die Gefahr vermieden, daß nicht existente Ziele der Politiker durch Zielvorgaben der Analytiker ersetzt werden, eine Gefahr, mit der immer dann gerechnet werden muß, wenn die Anwendung von Entscheidungsmodellen von der Praxis nicht zu erbringende Vorleistungen voraussetzt.

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Anschaulich und umfassend wird eine momentan vieldiskutierte Frage behandelt: Wachsen ärmere Länder und Regionen schneller als reiche, so daß sich die Lücke in den Einkommen über die Zeit schließt? Im Rahmen verschiedener wachstumstheoretischer und empirischer Ansätze werden hierzu Konzepte entwickelt.

Die Behandlung der Haut- und Geschlechtskrankheiten in der Sprechstunde

Es ist keine Frage, daB die Mehrzahl alier Hautkranken zuerst den praktisehen Arzt aufsueht, dort behandelt und aueh meist geheilt wird. Dazu bedarf es manehmal additionally nur einer allgemein gehaltenen Diagnose und einer vorwiegend symptomatisehen Therapie, die allerdings Fingerspitzengefiihl voraussetzt.

Aktuelle Probleme der Neuropsychiatrie

Die Erfahrungen vergangener Jahre haben uns veranlaßt, die Thematik und den Referentenkreis der Fortbildungsveranstaltungen des Berufsverbandes Westfälischer Nervenärzte in den Jahren 1975 und 1976 so zu wählen, daß durch die Veröffentli­ chung der gehaltenen Vorträge ein Nachschlagewerk von unmittelbarer praktischer Bedeutung für jeden in der Neuropsychiatrie und ihren Nachbargebieten Tätigen zustande kommen würde.

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Denn in der Periode 0 hätte der Haushalt auch MI kaufen können, da die Kosten geringer waren als für Mo; er hat aber Mo gekauft, also präferiert er Mo. Sind die Entscheidungen konsistent 165, dann muß auch gelten, das heißt Mo ist in der Periode 1 nicht gekauft worden, weil dieses Güterbündel zu teuer war 166. Diese Skizzierung des Grundgedankens der Theorie der offenbarten Präferenzen läßt bereits erkennen, daß eine analoge Anwendung für politische Entscheidungen nicht möglich ist. Denn entweder war bei den Entscheidungen in der Vergangenheit eine rationale Bewertung der Maßnahmenergebnisse möglich - dann ist nicht einzusehen, weshalb sie in der Gegenwart plötzlich unmöglich ist - oder die Entscheidungen der Vergangenheit waren nicht rational, dann dürfen sie aber nicht Grundlage für die augenblicklich zu fällende Entscheidung sein 167.

Mn annehmen kann. 1. Bewertungsmöglichkeiten Nach Durchführung der Vorauswahl147 verbleibt eine abgegrenzte Menge von Aktionsinstrumenten Ai (i = 1, ... , M). Die endgültige Auswahl einer Handlungsmöglichkeit setzt nun Vergleichbarkeit der Konsequenzen der Maßnahmen voraus. Im ersten Teil dieser Arbeit wurden die Maßnahmenergebnisse an Hand der Beschreibungskriterien in einzelne Komponenten zerlegt, die spezifische Information über Einzelwirkungen der Maßnahmen vermitteln. Eine Beurteilung der Resultate der Handlungsmöglichkeiten ist hierdurch nur im Hinblick auf die einzelnen Kriterien möglich.

Um diese unbefriedigende Situation zu vermeiden, schlägt HILL 169 vor, die Ziele an Hand eines Punktschemas zu gewichten. So lassen sich für jedes Ergebnis Wertzahlen ermitteln, die vollständig geordnet sind. Die Frage, die sich unmittelbar stellt, lautet: Woher bekommt der Analytiker dieses Punktschema? Beruht es auf Werturteilen des Analytikers, dann trifft in Wirklichkeit der Berater und nicht der Politiker die Entscheidung. Also muß der Entscheidungsträger das Punktschema liefern 160. Diese Forderung erweist sich jedoch als Bumerang: Wenn der politische Entscheidungsträger in der Lage ist, die Wertgewichte anzugeben, läßt sich die Ordnung der Maßnahmen »ausrechnen«.

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