Die berufliche Geschlechtersegregation in Deutschland: by Anne Busch

By Anne Busch

​Auf dem deutschen Arbeitsmarkt erweist sich die berufliche Geschlechtersegregation als erstaunlich stabil. Sie gilt zudem als wichtige size sozialer Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im Erwerbsleben. Daher bedarf es einer wissenschaftlichen Klärung jener zeitlichen Persistenz sowie der Folgen der Segregation für geschlechtsspezifische Chancendisparitäten. Unter Anwendung verschiedener Theorieperspektiven und neuerer Methoden der Längsschnittanalyse untersucht Anne Busch Ursachen jener Segregation, Mechanismen ihrer Reproduktion im Erwerbsverlauf sowie die Folgen für den "gender pay gap". Wirkungszusammenhänge sucht sie dabei sowohl auf der person- als auch auf der Berufsebene. Die Ergebnisse machen deutlich, dass neben Präferenzen, Humankapital und Institutionen vor allem sozialpsychologische Prozesse der Statusdifferenzierung auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle für Gründe und Folgen der Segregation spielen. Insbesondere kommen offenbar geschlechtlich konnotierte Kompetenz- und Leistungserwartungen zum Tragen, welche einem Abbau der Segregation und ihrer Folgen entgegenstehen.

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Der zweite, eher handlungstheoretisch orientierte und aus der Sozialpsychologie der USA stammende Teildiskurs sieht die Geschlechterungleichheit als eine soziale Konstruktion. Geschlechterstereotype werden demnach in alltäglichen Interaktionen reproduziert, was sich auch in der beruflichen Geschlechtersegregation äußert. In beiden Konzepten wird nicht, wie in den angebotsseitigen Theorien, versucht, die Fragen nach dem „Warum“ und den Folgen von Geschlechterdifferenz zu beantworten. Stattdessen versuchen sie herauszufinden, wie überhaupt in sozialen Kontexten Geschlechterklassifikationen konstruiert werden.

2008). So zeigen ältere Studien zum Beispiel, dass Jugendliche, deren Mütter erwerbstätig sind, in deren Familie also keine traditionelle Arbeitsteilung gelebt wird, weniger traditionell geprägte Geschlechterrollen entwickeln. Das gilt besonders für Mädchen (vgl. zusammenfassend Marini/Brinton 1984). Auch wird die Ausbildung traditioneller Geschlechterrollen durch das Geschlechterrollenverhalten der Eltern, gemessen an der elterlichen Hausarbeitsteilung, mitbestimmt (Cunningham 2001). 7 Zudem ist der Begriff der „linked lives“ in der Lebenslaufforschung auch stark mit der Forschung zu Partnerschaften verknüpft (Rusconi/Solga 2011; Moen 2003; Elder 1994; Hout 1982).

Angebotsseitige Ansätze tendieren also dazu, der benachteiligten Personengruppe „die Schuld zu geben“ („blaming the victim“, vgl. Browne/England 1997: 80). Um diese Widersprüchlichkeiten aufzulösen, muss man genauer die Mechanismen betrachten, etwa gesellschaftliche Bedingungen, Hemmnisse und Grenzen, aus denen geschlechtstypische Präferenzen hervorgehen können. Neuere Ansätze zur Erklärung von Geschlechterungleichheiten im Erwerbsleben nehmen daher den „konflikthaften Charakter sozialer Beziehungen“ (Gottschall 2000: 153) genauer in den Blick, wie es bei der These des weiblichen Arbeitsvermögens in der Form noch nicht geschehen ist.

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